Historischer Walfang aus nordfriesischer Sicht

Im 17. Jahrhundert veränderten sich in Nordfriesland die Lebensumstände. Der dreissig-jährige Krieg verheerte das Land, die Bevölkerung verarmte, und 1634 erlebten die Küstenbewohner die zweite grosse Mandränke: eine Sturmflut, die an der ganzen Nordseeküste verheerende Schäden anrichtete. Viele Menschen ertranken, und viel Marschland wurde Opfer der Nordsee.

So mussten die Menschen an der Küste und auf den Inseln und Halligen sich neuen Möglichkeiten des Lebensunterhalts zuwenden. Die Holländer, die traditionell schon Walfang betrieben, suchten Mannschaften für ihre Schiffe, die etwas von der Seemannschaft - sprich Navigation - verstanden.
Die Nordfriesen betrieben Navigationsschulen auf ihren Inseln. So heuerten jedes Jahr viele Nordfriesen auf holländischen Walfangschiffen an und verdienten so ihren Lebensunterhalt, der auf der verbliebenen Scholle nicht mehr ausreichte.

Die Produkte des Walfangs waren zu ihrer Zeit lebensnotwendig und wurden erst überflüssig, als die Industrialisierung fortschritt und die Erfindungen der Neuzeit triumphierten. Unsere Schiffsmodelle zeigen eine Schmack, die den Transport der Nordfriesen nach Holland durchführten, einen klassischen holländischen Walfänger und zwei amerikanische Walfänger.

Das Fliesenbild von 1770

Ein seltenes holländisches Fliesenbild aus dem Jahre 1770 mit der Darstellung eines Walfängers auf Fahrt vervollständigt die Ausstellung.

Eine Sammlung von verschiedenen Scrimshaw-Erzeugnissen ist beachtenswert, und die alten Walknochenteile ergänzen die Walfangausstellung. Für Interessierte empfehlen wir unser Buch: "Der historische Walfang der Nordfriesen" von Berend Harke Feddersen und Wolfgang Asbach ISBN 3-88042-578-7.

1946 wurde die Internationale Walfangkommission (IWC) gegründet, um einen Einklang zwischen Walfang, Artenschutz und der Erhaltung der Tierwelt zu garantieren. Leider ist es sehr schwierig, weltweit eine Übereinstimmung dieser Ziele zu erreichen